back there

27.09.2019 - 26.10.2019

Stefan Cantante, Birke Gorm, Rike Horb, YL Hsueh, Timo Kahlen, Nick Koppenhagen, Jeewi Lee, Jonas von Lenthe, Marina Naprushkina, Neue Nachbarschaft // Moabit, Stefan Riebel, Marion Ritzmann, Emmilou Rößling, Agnes Scherer + Paul DD Smith, Anna Schimkat, Gaby Taplick, Sung Tieu

 

Bild zur Ausstellung

Bild zur Ausstellung

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Eröffnung: Freitag, 27. September, 18 Uhr
20 Uhr: Soundperformance von Anna Schimkat

Im Rahmen des Ortstermin 2019 widmet sich die Ausstellung „back there“ dem Offensichtlichen und dem weniger Offensichtlichem. Ist etwas offensichtlich, ist es genau so und nicht anders – offensichtlich, weil tatsächlich offen und einsichtig. So wirken die Räume der Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten ebenfalls auf den ersten Blick überaus offen und einsichtig. Die physische Barriere zwischen Kunst- und Stadtraum besteht hier lediglich aus einer transparenten Glasscheibe, die sozialräumliche Distanz dagegen ist vielschichtiger. Die Ausstellung „back there“ nimmt dieses Paradox zum Anlass, die ansonsten unmerklichen räumlichen und gesellschaftlichen Bedingungen der Galerie Nord in den Vordergrund zu rücken. Verstärkt wird diese Auseinandersetzung durch eine speziell für die Ausstellung installierte Holzwand, die sich quer durch die Galerieräume zieht und als doppelte Rückseite die Grenze zwischen Vorder- und Hintergrund zusehends verwischt. Die versammelten Positionen bleiben auf der Oberfläche, beleuchten Hintergründe, machen sie unsichtbar und lassen Blicke ins Leere laufen.

Draußen, entlang der Turmstraße, setzt sich diese Arbeitsweise fort. Bewusst beiläufig, fast funktional präsentiert sich hier Kunst, dabei bewegt sie sich konsequent im Hintergrund. Sie versperrt sich gegenüber dem Buhlen um Aufmerksamkeit und nutzt schon vorhandene Medien und Strukturen, LED-Anzeigen in den Ladenfronten, Werbeaufsteller, Zäune oder Fahnenmasten. Sie konstituiert sich erst auf den zweiten oder dritten Blick und fordert so die Betrachter*innen auf innezuhalten, näherzutreten und sich der eigenen Perspektive und Position bewusst zu werden. Es gibt neben den individuellen auch historische und gesellschaftliche Gründe, warum genau das und nicht etwas anderes in diesem Augenblick ins Blickfeld rückt, offensichtlich ist, demnach vermeintlich wirklich und wichtig. Das scheinbar zufällige Treiben im städtischen Raum lässt sich anhand unterschiedlicher Kriterien analysieren. Eins davon ist Sichtbarkeit und als solche alles andere als neutral, sie ist umkämpft, ungleich verteilt und stets politisch. Ist der hier gewollt verunsicherte Blick nicht immer auch ein ästhetischer? Die Ausstellung „back there“ schafft Unschärfen und lädt dazu ein, an dem, was offensichtlich ist, absichtlich vorbeizuschauen, sich bewusst zu werden, wie der eigene Blick konstituiert, was sichtbar und bedeutsam ist, und somit vielleicht Verantwortung zu übernehmen für das, was offensichtlich übersehen wird.

Kuratiert von Ulrike Riebel und Christopher Weickenmeier

Die Orte, an denen sich die Arbeiten der teilnehmenden Künstler*innen befinden, können Sie diesem Plan entnehmen: Link

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Begleitende Veranstaltungen:

Sa 28.9., 14 Uhr; Sa 12.10., 14 Uhr; Fr 25.10., 16 Uhr
Nansen is missing
Performances von YL Hsueh

So 29.9., 13 Uhr
Kuratorenrundgang
in englischer Sprache

Mi 9.10., 18 Uhr
Kuratorenrundgang
in deutscher Sprache

Sa 26.10., 19 Uhr
Cascade
Performance von Emmilou Rößling

Mi 23.10., 20 Uhr, Neue Nachbarschaft/Moabit, Beusselstr. 26
Unter Ausschluss der Öffentlichkeit
Performative Lesung

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Mit freundlicher Unter­stützung der bezirklichen Förderfonds der Senats­verwaltung Kultur und
Europa, der Senats­verwaltung für Wirtschaft, Energie und Betriebe sowie visitBerlin


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The group exhibition "back there" deals with the obvious. Something obvious is obviously so, and not something else. Something obvious is transparently so and so are the spaces of the Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten. With its large glass front, the distance between the public space and the gallery space remains largely invisible. The actual social and economic distance is obviously much longer. The exhibition "back there" takes this paradox as its starting point and works to bring the otherwise hidden conditions of the gallery to the surface. Specifically designed to split the gallery space into - what appears as - two backrooms, a wooden wall further undermines the distinction between surface and background.

Outside along the Turmstraße, this work continues. The art appears here purposely incidental, borderline functional, always remaining in the background. Besides individual reasons, there are historical and social reasons that determine if something appears as obvious at a given moment and is thus considered real and important. Visibility is anything but politically neutral, it’s a contested resource that is distributed unequally. The exhibition "back there" blurs the gaze and invites the visitors to look past the obvious. It’s an invitation to realize how the own gaze contributes to what appears as obvious and to take responsibility for what is obviously overlooked.






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