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Future Archives | Archive Futures

8. 10. – 18. 12. 2026

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Future Archives | Archive Futures

8. 10. – 18. 12. 2026

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Critical Friends

7.5. – 10.7.2026

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Sarah Oh-Mock und Bongjun Oh, All you can see, Foto: Sarah Oh-Mock, Bongjun Oh

Eröffnung:

Do, 7.10.2026 18 Uhr

Begrüßung: Julia Heunemann und Ulrike Riebel

Einführung: Lusin Reinsch

Archive sammeln, ordnen und bewahren Zeugnisse der Vergangenheit in Form von Dokumenten, Bildern, Stimmen, Objekten und Daten. Jede Entscheidung darüber, was sie erhalten, ist zugleich eine Entscheidung darüber, was in die Zukunft gelangt. Archive verwalten daher nicht nur Vergangenheiten. Sie strukturieren auch die Bedingungen, unter denen Geschichte künftig erinnert, erzählt und interpretiert werden kann.

Future Archives / Archive Futures nimmt diese zeitliche Verschränkung zum Ausgangspunkt und begreift Archive als Infrastrukturen möglicher Zukünfte. Die Gruppenausstellung fragt danach, wie sich die Bedingungen des Archivierens verändern und welche anderen Formen des Erinnerns, Überlieferns und der Wissensproduktion daraus hervorgehen können.

Unter digitalen Bedingungen verschieben sich Praktiken und Perspektiven des Archivarischen grundlegend. Datenbanken und algorithmische Systeme erweitern die Möglichkeiten des Speicherns, Ordnens und Zirkulierens von Wissen, während künstliche Intelligenzen nicht mehr nur vorhandenes Material verarbeiten, sondern selbst Bilder, Texte und Stimmen hervorbringen. Die Grenzen zwischen Dokument und Konstruktion, historischer Evidenz und synthetischer Erinnerung verschwimmen dabei zunehmend.

Die Destabilisierung archivarischer Autoritäten eröffnet auch die Möglichkeit, Archive anders zu denken: dezentraler, vielstimmiger und gemeinschaftlicher. Dadurch können etablierte Ordnungen kritisch und konstruktiv hinterfragt und diejenigen, deren Geschichten archiviert sind, selbst zu Produzent*innen und Interpret*innen von Erinnerung werden. Das Archiv erscheint so weniger als Ort, an dem Geschichte festgeschrieben wird, sondern als sozialer Raum, in dem unterschiedliche Formen von Wissen aufeinandertreffen, verhandelt und weitergegeben werden. Gefragt wird dann nicht nur, was bewahrt wird, sondern auch von wem, für wen und unter welchen Bedingungen.

Der Ausstellungstitel Future Archives / Archive Futures zeichnet doppelte Bewegung nach: Er fragt danach, wie Archive der Zukunft aussehen könnten – aber ebenso danach, welche Zukünfte Archive bereits heute hervorbringen.

kuratiert von Julia Heunemann, Lusin Reinsch und Ulrike Riebel