Hadas Tapouchi, Lake Malta Poznan, Foto: Hadas Tapouchi
Künstler*innen: Anna Berndtson, Ali Rıza Ceylan, Effrosyni Kontogeorgou, Hadas Tapouchi
Do 23.7.2026, 18 Uhr
Begrüßung: Julia Heunemann und Ulrike Riebel, Künstlerische Leitung Kunstverein Tiergarten
Zur Ausstellung: Dan Thy Nguyen, Co-Kurator der Ausstellung
Konzert: Lotus Duo
Wie lassen sich Bewegung, Erinnerung und sinnliche Erfahrung archivieren; Phänomene, die sich ihrer Fixierung entziehen und im Moment ihres Erscheinens bereits zu verschwinden beginnen?
Die Ausstellung Archive des Ephemeren versammelt Fotografie, Installation, Zeichnung, Geruch und performative Positionen, die sich mit den Bedingungen des Bewahrens und Wiederaufrufens flüchtiger Prozesse auseinandersetzen. Im Zentrum steht die Frage nach den materiellen, körperlichen und medialen Grenzen des Archivs: Was bleibt, wenn das Ereignis vergangen ist, und welche Formen des Speicherns können dem Ephemeren gerecht werden?
Den Zeichnungen auf gebrauchtem Schleifpapier, die Ali Rıza Ceylan seit über 40 Jahren realisiert, sind Erfahrungen von industrieller Arbeit, Migration und rassistischer Gewalt eingeschrieben. Sie führen Kunst als Akteurin von Erinnerung, Reflexion und Widerstandskraft vor Augen.
Hadas Tapouchi untersucht mit ihrer fotografischen und installativen Arbeit Poznań Force, wie ehemalige Orte nationalsozialistischer Zwangsarbeit bis heute im Stadtraum und in ländlichen Gebieten fortwirken. Architekturen und Landschaften treten dabei als Trägerinnen von Geschichte und Erinnerung in Erscheinung.
Für die Langzeitperformance Ad hoc Re-Performance Berlin von Anna Berndtson werden Berliner Künstler:innen über einen Open Call eingeladen, eigene bereits realisierte Performances zur spontanen Wiederaufführung durch die Künstlerin vorzuschlagen. Die Re-Performance der ausgewählten Arbeiten befragt Körper und Bewegung als lebendige Archive sowie Wiederholung als diskursive und gegenwärtige Praxis.
Im Rahmen ihrer künstlerischen Forschung erkundet Effrosyni Kontogeorgou Ausdünstungen von Menschen und Räumen. An den Übergängen zwischen materiellen und immateriellen Spuren räumlich-körperlicher Erfahrung entwickeln ihre Versuchsanordnungen unvorhersehbare Bilder mit individuellen, eigenwilligen Ästhetiken.
Gemeinsam eröffnen die künstlerischen Positionen neue Perspektiven auf Archive, die sich aus Erfahrung, Erinnerung und Wahrnehmung speisen. Sie erkunden Körper, Orte und verschiedene Materialien als Träger:innen von Geschichte(n) und Wissen und bringen Archive als offene Übersetzungsprozesse in Erscheinung.
