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Kommende Veranstaltungen

itinerant interlude #88: Konzert mit Ute Wassermann und DJ-Set

Finissage, Konzert, Kurator*innenrundgang: 

Sa 4. 2. 23, 18 Uhr

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Begleitende Ausstellung:

Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt VOICE:over V 14. 12. 2022 – 4. 2. 2023

Ute Wassermann, Foto: Michael Vorfeld

Finissage
18 Uhr: Kurator:innenrundgang
19 Uhr: Konzertperformance „itinerant interlude #88 – Solo für Stimme & Objekte“
Ute Wassermann, Stimme und Objekt, anschließend DJ-Set mit JD Zazie

Vielstimmige Trillerketten, elektronisch klingende Drones, gejodeltes Pfeifen, perkussive Loops, Zwitscherglissandi. Ute Wassermann maskiert ihre Stimme mit verschiedenen Vogel- und Gaumenpfeifen sowie mit Percussion-Objekten. Sie verwandelt sich in hybride Stimmwesen mit ständig changierenden Klangfarben. Ihr Gesang wird zum vokalen Synthesizer oder löst sich in einer Klangwelt von Vogel- und Insektenstimmen, elektronischen und maschinenähnlichen Rhythmen, sowie fragmentierter Sprache auf. Bleibt ihre Stimme menschlich oder wird sie zum Anderen?

 

Ute Wassermann ist Vokalkünstlerin, Composer Performer, Improvisatorin. Sie tourt weltweit als Stimmperformerin, sie realisiert audiovisuelle Performances und komponiert für Solisten und Ensembles. Ihr multidimensionaler Gesang bringt ihre Stimme zum Oszillieren zwischen elektronischen, anorganischen menschlichen und animalischen Qualitäten. Zusätzlich verfremdet und erweitert sie ihre Stimme mit Vogel-und Gaumenpfeifen, Objekten, akustischen Kostümen oder verschiedenartigen Mikrofonen. Ute Wassermann hat zahlreiche für sie geschriebene Werke mit bekannten Ensembles und Orchestern uraufgeführt. Sie hat Kompositionsaufträge erhalten von: MaerzMusik, Universität Amsterdam, Poetica Sonora Mexico City, Ryogoku Art Festival Japan, Transart Festival Bozen, Musik der Jahrhunderte, maulwerker und Distractfold Ensemble erhalten. Veröffentlichungen auf Labels: mode, nurnichtnur, creative sources, ABC Classic, Psi, treader, olof bright.

JD Zazie ist eine experimentelle DJane, Avant-Turntablist und Klangkünstlerin mit Sitz in Berlin. JD Zazie kommt von einem DJ- und Radiohintergrund und hat verschiedene Ansätze zur Echtzeitmanipulation von fest aufgenommenem Sound erforscht. In ihrer Arbeit definiert sie DJ- und elektroakustische Aktivitäten neu. Als Solo-Performerin, in kleinen Gruppen und in großen Ensembles arbeitet sie in einem Bereich, der die Grenzen dessen, was als DJ-Mixing, freie Improvisation und komponierte Musik definiert werden könnte, ständig ausdehnt. Sie ist Mitglied des Reanimation Orchestra, spielt regelmäßig solo und im Duo mit Heidrun Schramm und mit Henrik Munkeby Nørstebø. Sie ist künstlerische Leiterin des Festivals MuseRuole – women in experimental music, Mitglied des Burp Enterprise Kollektivs und sendet monatlich auf Colaboradio und auf Reboot.fm. 

Das Projekt itinerant interludes wird unterstützt von inm – initiative neue musik Berlin e. V. und kuratiert von Laurie Schwartz.

15 Buchstaben – 101 Wörter

Kunst im öffentlichen Raum: 

10. 12. 20 – 31. 12. 22, jeweils ab Dämmerung an der Fassade über der Galerie

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Mit Beginn der Dämmerung erstrahlen ab dem 10. Dezember 2020 an der Fassade des Brüder-Grimm-Hauses in der Turmstraße 75 wundersame Wortfolgen in tiefem Blau: AUS – MAUS – MUS – RAUS – RAU – REH – RUM.

„15 Buchstaben – 101 Wörter“ ist eine künstlerische Intervention von Penelope Wehrli über den Schriftzug am Gebäude Brüder Grimm Haus, die an diesem Abend als einjähriges Wort-Lichtspiel im Rahmen der Initiative DraußenStadt beginnt. Der Name BRÜDER-GRIMM-HAUS kennzeichnet – meist von Passant*innen wenig beachtet – das historische Haus in der Turmstraße, das sich mit all seinen Institutionen seit Jahrzehnten der Kunst, Kultur und Weiterbildung widmet.

Penelope Wehrli stellt den Namenszug über der Fensterfront der Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten in den Mittelpunkt ihrer Installation. Die einzelnen Buchstaben der drei Wörter bilden das Material für ihre künstlerische Arbeit und die von ihr komponierten, teils ungewöhnlichen, teils absurden Wortspiele leuchten in unterschiedlichsten Kombinationen, Geschwindigkeiten und Rhythmen. Sie stellen Bezüge zum deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm her und lassen Bilder ihrer Märchensammlung entstehen. Das Außerkraftsetzen von syntaktischen Bezügen und der Gebrauch von klanglichen Lautfolgen wecken Assoziationen zu Comic, Trash-Art und Dada.

Unsere Sprache ist ein lebendiger Organismus und befindet sich in permanentem Wandel. Buchstaben und Laute werden zu Wörtern, sie werden gestaltet, geschrieben und gesprochen. Sie bezeichnen und erzeugen Bewusstsein und Bedeutung. Sie spielen mit Sinnhaftigkeiten, sind Medium unserer Kultur und stellen Zugehörigkeit her. Immer wieder entstehen neue Wörter und Begriffe – oder verschwinden auch wieder aus unserem Vokabular, aus modischen oder aus gesellschaftspolitischen Gründen, mal zu Recht, mal zu Unrecht, von dem Gefühl der Erleichterung oder des Bedauerns begleitet.

Sprache kracht, schneidet, singt. Sei sie plump, präzise oder poetisch: Sie öffnet Räume für Phantasie, Klang und Gefühl. Mit ihrer Intervention rückt Penelope Wehrli nicht nur den Namen des Hauses, sondern vor allem die Lebendigkeit von Kultur und Sprache ins Bewusstsein.

 

Konzept/Realisierung: Penelope Wehrli
Kuratiert von: Veronika Witte
Lichtsteuerung: Joa Glasstetter

Mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Weiterbildung und Kultur und DraußenStadt der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.