coming-events.php

Kommende Veranstaltungen

Frauen arbeiten mit Frauen. Feministische Kunst 80er/heute

Diskussion, Kurator*innenrundgang: 

Do 15. 12. 22, 18 Uhr

coming-events-one-item.php (leftcol & maincol)

Begleitende Ausstellung:

Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt VOICE:over V 14. 12. 2022 – 4. 2. 2023

Foto: Barbara Riedel / Rita Gerlach / N.N., Schreiben Frauenliteraturverlag, Bremen, vor der Wandarbeit von Markus Oehlen (o.T.) in der Buch Handlung Welt, 4. Dezember 1981, Foto/© Michael Kellner.

18 Uhr: Kurator:innenrundgang

Führung des kuratorischen Teams durch die Ausstellung „Exzentrische 80er“

19 Uhr: Podiumsgespräch „Frauen arbeiten mit Frauen. Feministische Kunst 80er/heute“
mit Ergül Cengiz (3 Hamburger Frauen), Burcu Dogramaci, Sarah Happersberger und Marie Schleef

Die in der Ausstellung „Exzentrische 80er“ wichtige Figur der Kompliz*innenschaft verweist auf ein solidarisches Zusammenarbeiten, das Generationen und Ausdrucksweisen überschreitet. Das Podium diskutiert das Kompliz*innen-Sein mit Blick auf feministische künstlerische, kuratorische und forscherische Praxen. Die Künstlerin Ergül Cengiz, die Theaterregisseurin Marie Schleef und die Kunsthistorikerinnen Sarah Happersberger und Burcu Dogramaci sprechen über Zusammenarbeit als Empowerment: Wie kann eine feministische Geschichtsschreibung weniger als fördernde Sichtbarmachung, sondern vielmehr als eine Geste der Kooperation auch mit historischen Positionen funktionieren? Welche neuen feministischen und queeren Denkräume wie Handlungsoptionen eröffne(te)n sich in den 1980er Jahren und heute durch eine Arbeit im Verbund?

Biografien:

Ergül Cengiz (München) ist bildende Künstlerin. Sie studierte an der AdbK München und HFBK Hamburg. 2004 gründete sie zusammen mit Henrieke Ribbe und Kathrin Wolf die Künstlerinnengruppe 3 Hamburger Frauen, in welcher zahlreiche ephemere Wandarbeiten entstanden. In ihren eigenen Arbeiten beschäftigt sich Cengiz mit persönlichen, politischen, gesellschaftlichen und kunstgeschichtlichen Themen, die sie in verschiedenen Medien ineinander verwebt und installativ umsetzt.  Ausstellungen: „I’LL BE YOUR MIRROR” in der Pinakothek der Moderne München (2019/20), „OLD FASHIONED” im Kunstverein Hamburg (2018), „In A Gadda Da Vida” im Kasseler Kunstverein, Kassel (2009), „MEMENTO” im ar/ge Kunst Galerie Museum Bozen (2007).

Burcu Dogramaci ist Professorin für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie arbeitet zu moderner und zeitgenössischer Kunst und Fotografie, zu Exil und Migration und leitet das ERC-Projekt METROMOD (2017–2023) zu Fluchtorten emigrierter Künstler*innen der Moderne. Sie ist Co-Direktorin des Käte Hamburger Kollegs Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen. Sie forscht in Netzwerken mit Fachkolleginnen zu migrantischen, feministischen und queeren Themen. Publikationen (Auswahl): „Arrival Cities. Migrating Artists and New Metropolitan Topographies in the 20th Century” (2020, Mit-Hg.), „Textile Moderne / Textile Modernism” (2019, Hg.) und „Fotografie der Performance: Live Art im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit” (2018).

Sarah Happersberger ist Kunsthistorikerin und Kuratorin. Sie hat Ausstellungen, Symposien und Auftragsarbeiten für das ZKM – Zentrum für Kunst und Medien, das Arnolfini und die Liverpool Biennale organisiert. Ihr Schwerpunkt liegt auf Performance, gemeinschaftsbezogenen Projekten und sozial engagierter Kunst. Aktuell promoviert sie am International Graduate Centre for the Study of Culture (GCSC) der Justus-Liebig-Universität Gießen. In ihrer Dissertation befasst sie sich mit kollaborativen Projekten von Künstlerinnen, die im Rahmen der Frauenbewegungen der 1970er- und 80er-Jahre entstanden sind. 2021/22 entwickelte sie mit Roswitha Baumeister und Synnika eine Ausstellung zu „Pelze Multimedia“ (1. Oktober–30. Dezember 2022, Synnika, Frankfurt am Main), einem lesbisch-feministischen Aktionsraum, der in ihrer Forschung eine wichtige Rolle spielt.

Marie Schleef ist Theaterregisseurin und setzt sich in ihren Arbeiten mit dem Unbekannten und Vergessenem in Hinblick auf weiblicher Repräsentation auf und hinter der Bühne auseinander. Sie studierte am Bard College (New York) sowie an der HfS „Ernst Busch“ (Berlin). Bisher wurden ihre Arbeiten am Ballhaus Ost, dem Kosmos Theater Wien, den Münchner Kammerspielen sowie dem Schauspiel Köln gezeigt. Im Februar 2023 debütiert sie am Schauspiel Hamburg mit „The Mushroom Queen“. Die Performance „NAME HER. Eine Suche nach den Frauen+“ (2020) wurde zum Theatertreffen eingeladen. 2021 gewann sie den CHANEL Next Prize, der erstmals zehn aufstrebende und innovative Künstler:innen weltweit ehrt.

Exzentrische 80er

Buchvorstellung, Kurator*innenrundgang, Lesung: 

Fr 16. 12. 22, 18 Uhr

coming-events-one-item.php (leftcol & maincol)

Begleitende Ausstellung:

Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt VOICE:over V 14. 12. 2022 – 4. 2. 2023

18 Uhr: Kurator:innenrundgang

Führung des kuratorischen Teams durch die Ausstellung „Exzentrische 80er“.

19 Uhr: Buchpräsentation „Exzentrische 80er“ (Verlag b_books, 2022)
und Lesung mit Texten von Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen und Rabe perplexum

Berlin-Launch der Ausstellungspublikation „Exzentrische 80er“ mit den Herausgeber:innen Burcu Dogramaci, Ergül Cengiz, Philipp Gufler, Mareike Schwarz und Angela Stiegler. Das Buch enthält umfangreiches Bildmaterial und Texte der Herausgeber:innen sowie von Elfe Brandenburger, Sabeth Buchmann, Rachel Mader und Eva Meyer. Es ist von BüroBüro gestaltet und bei b_books erschienen, die mit einem Büchertisch bei der Buchpräsentation präsent sind. Zum Launch lesen wir Texte über und von den 1980er-Künstler:innen Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen und Rabe perplexum.

Biografien:

Ergül Cengiz (München) ist bildende Künstlerin. Sie studierte an der AdbK München und HFBK Hamburg. 2004 gründete sie zusammen mit Henrieke Ribbe und Kathrin Wolf die Künstlerinnengruppe 3 Hamburger Frauen, in welcher zahlreiche ephemere Wandarbeiten entstanden. In ihren eigenen Arbeiten beschäftigt sich Cengiz mit persönlichen, politischen, gesellschaftlichen und kunstgeschichtlichen Themen, die sie in verschiedenen Medien ineinander verwebt und installativ umsetzt.  Ausstellungen: „I’LL BE YOUR MIRROR” in der Pinakothek der Moderne München (2019/20), „OLD FASHIONED” im Kunstverein Hamburg (2018), „In A Gadda Da Vida” im Kasseler Kunstverein, Kassel (2009), „MEMENTO” im ar/ge Kunst Galerie Museum Bozen (2007).

 Burcu Dogramaci ist Professorin für Kunstgeschichte an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Sie arbeitet zu moderner und zeitgenössischer Kunst und Fotografie, zu Exil und Migration und leitet das ERC-Projekt METROMOD (2017–2023) zu Fluchtorten emigrierter Künstler*innen der Moderne. Sie ist Co-Direktorin des Käte Hamburger Kollegs Dis:konnektivität in Globalisierungsprozessen. Publikationen (Auswahl): „Arrival Cities. Migrating Artists and New Metropolitan Topographies in the 20th Century” (2020, Mit-Hg.), „Textile Moderne / Textile Modernism” (2019, Hg.) und „Fotografie der Performance: Live Art im Zeitalter ihrer Reproduzierbarkeit” (2018).

Philipp Gufler (München / Amsterdam)  verbindet in seiner künstlerischen Arbeitsweise verschiedene Medien, darunter Siebdrucke auf Stoff und Spiegel, Künstlerbücher, Performances und Videoinstallationen. Für die Videoinstallation „Projektion auf die Krise” (2014) begann er mit seiner Recherchen im selbstorganisierten Forum Queeres Archiv München, in dem Gufler seitdem ein aktives Mitglied ist. Er studierte an der Akademie der Bildenden Künste in München und besuchte die Künstlerresidenzen De Ateliers, Amsterdam, Skowhegan School of Painting & Sculpture, Maine, USA und Delfina Foundation, London, UK. Zu Guflers Künstlerbüchern gehören: „Projektion auf die Krise” (2014 / 2021), „I Wanna Give You Devotion” (2017), „Indirekte Berührung” (2017), „Quilt #01–#30” (2020) und “Lana Kaiser” (2020).

Mareike Schwarz arbeitet an der Schnittstelle von Public Art und Public Interest mit Schwerpunkten auf Commons, Erinnerungskultur und Atmosphären in der zeitgenössischen Kunst. Sie studierte Wirtschafts- und Literaturwissenschaft sowie Kunstgeschichte in Berlin, Cambridge, Buenos Aires und München. Ihre Masterarbeit zu Atmosphären des Commoning von Kunst im öffentlichen Raum wurde mit dem Hochschulpreis der Landeshauptstadt München ausgezeichnet. 2020 führte sie an der Universidad de Buenos Aires ein Oral-History-Projekt zum Kuratieren an Erinnerungsorten durch. Derzeit ist sie Doktorandin bei der Forschungsgruppe METROMOD an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Jüngst erschienen „Lebenssammelsurium: Über vielschichtige Begegnungen mit Kunst und Künstlerinnen” (Gedok 2021) und „Handlungspolitische Agency der Sinne” (in: Kalas Liebfried, Obscure Ambience, Edition Metzel 2021).

Angela Stiegler (Berlin / München) ist bildende Künstlerin. Ihre Arbeitsweise in unterschiedlichen Medien, wie Video und Performance, hat eine inhärent kollaborative Qualität. Ein besonderer Fokus liegt auf künstlerischer Forschung und Freundschaft als Ökonomie. 2013 war sie Mitbegründerin der selbstorganisierten Künstler*inneninitiative K. Seit 2020 ist sie Teil des Opernkollektivs DIVA. Stiegler lehrt seit 2015 in Athen, München und Nürnberg. Über das Filmemachen fand sie 2016 zu Tabea Blumenschein und stand bis zu ihrem Tod mit ihr in Kontakt.

Are you a Feminist? Live-Interviews mit HERstory

Diskussion, Gespräch: 

Mi 11. 1. 23, 18 Uhr

coming-events-one-item.php (leftcol & maincol)

Begleitende Ausstellung:

Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt VOICE:over V 14. 12. 2022 – 4. 2. 2023

18 Uhr: Live-Interviews mit HERstory Archive
19.30 Uhr: Diskussion
mit Julie Crenn, Pasvcal Lievre und Interviewgästen, Moderation: Eva Bentcheva

HERstory ist ein Kompendium mündlicher Interviews, das der Künstler Pascal Lièvre und die Kuratorin Julie Crenn zu Gender- und Sexualitätsdiskursen in der Kunst seit 2012 anlegen und im Netz für jeden zugänglich machen. Das audiovisuelle Archiv, ursprünglich in Frankreich begonnen, umfasst mittlerweile hunderte Interviews aus der ganzen Welt und wird mit Berliner queer-feministischen Akteur:innen ergänzt und im April 2023 in einer Ausstellung präsentiert.

itinerant interlude #88: Konzert mit Ute Wassermann und DJ-Set

Finissage, Konzert, Kurator*innenrundgang: 

Sa 4. 2. 23, 18 Uhr

coming-events-one-item.php (leftcol & maincol)

Begleitende Ausstellung:

Exzentrische 80er: Tabea Blumenschein, Hilka Nordhausen, Rabe perplexum und Kompliz*innen aus dem Jetzt VOICE:over V 14. 12. 2022 – 4. 2. 2023

Ute Wassermann, Foto: Michael Vorfeld

Finissage
18 Uhr: Kurator:innenrundgang
19 Uhr: Konzertperformance „itinerant interlude #88 – Solo für Stimme & Objekte“
Ute Wassermann, Stimme und Objekt, anschließend DJ-Set

Vielstimmige Trillerketten, elektronisch klingende Drones, gejodeltes Pfeifen, perkussive Loops, Zwitscherglissandi. Ute Wassermann maskiert ihre Stimme mit verschiedenen Vogel- und Gaumenpfeifen sowie mit Percussion-Objekten. Sie verwandelt sich in hybride Stimmwesen mit ständig changierenden Klangfarben. Ihr Gesang wird zum vokalen Synthesizer oder löst sich in einer Klangwelt von Vogel- und Insektenstimmen, elektronischen und maschinenähnlichen Rhythmen, sowie fragmentierter Sprache auf. Bleibt ihre Stimme menschlich oder wird sie zum Anderen?

 

Ute Wassermann ist Vokalkünstlerin, Composer Performer, Improvisatorin. Sie tourt weltweit als Stimmperformerin, sie realisiert audiovisuelle Performances und komponiert für Solisten und Ensembles. Ihr multidimensionaler Gesang bringt ihre Stimme zum Oszillieren zwischen elektronischen, anorganischen menschlichen und animalischen Qualitäten. Zusätzlich verfremdet und erweitert sie ihre Stimme mit Vogel-und Gaumenpfeifen, Objekten, akustischen Kostümen oder verschiedenartigen Mikrofonen. Ute Wassermann hat zahlreiche für sie geschriebene Werke mit bekannten Ensembles und Orchestern uraufgeführt. Sie hat Kompositionsaufträge erhalten von: MaerzMusik, Universität Amsterdam, Poetica Sonora Mexico City, Ryogoku Art Festival Japan, Transart Festival Bozen, Musik der Jahrhunderte, maulwerker und Distractfold Ensemble erhalten. Veröffentlichungen auf Labels: mode, nurnichtnur, creative sources, ABC Classic, Psi, treader, olof bright.

15 Buchstaben – 101 Wörter

Kunst im öffentlichen Raum: 

10. 12. 20 – 31. 12. 22, jeweils ab Dämmerung an der Fassade über der Galerie

coming-events-one-item.php (leftcol & maincol)

Mit Beginn der Dämmerung erstrahlen ab dem 10. Dezember 2020 an der Fassade des Brüder-Grimm-Hauses in der Turmstraße 75 wundersame Wortfolgen in tiefem Blau: AUS – MAUS – MUS – RAUS – RAU – REH – RUM.

„15 Buchstaben – 101 Wörter“ ist eine künstlerische Intervention von Penelope Wehrli über den Schriftzug am Gebäude Brüder Grimm Haus, die an diesem Abend als einjähriges Wort-Lichtspiel im Rahmen der Initiative DraußenStadt beginnt. Der Name BRÜDER-GRIMM-HAUS kennzeichnet – meist von Passant*innen wenig beachtet – das historische Haus in der Turmstraße, das sich mit all seinen Institutionen seit Jahrzehnten der Kunst, Kultur und Weiterbildung widmet.

Penelope Wehrli stellt den Namenszug über der Fensterfront der Galerie Nord | Kunstverein Tiergarten in den Mittelpunkt ihrer Installation. Die einzelnen Buchstaben der drei Wörter bilden das Material für ihre künstlerische Arbeit und die von ihr komponierten, teils ungewöhnlichen, teils absurden Wortspiele leuchten in unterschiedlichsten Kombinationen, Geschwindigkeiten und Rhythmen. Sie stellen Bezüge zum deutschen Wörterbuch der Brüder Grimm her und lassen Bilder ihrer Märchensammlung entstehen. Das Außerkraftsetzen von syntaktischen Bezügen und der Gebrauch von klanglichen Lautfolgen wecken Assoziationen zu Comic, Trash-Art und Dada.

Unsere Sprache ist ein lebendiger Organismus und befindet sich in permanentem Wandel. Buchstaben und Laute werden zu Wörtern, sie werden gestaltet, geschrieben und gesprochen. Sie bezeichnen und erzeugen Bewusstsein und Bedeutung. Sie spielen mit Sinnhaftigkeiten, sind Medium unserer Kultur und stellen Zugehörigkeit her. Immer wieder entstehen neue Wörter und Begriffe – oder verschwinden auch wieder aus unserem Vokabular, aus modischen oder aus gesellschaftspolitischen Gründen, mal zu Recht, mal zu Unrecht, von dem Gefühl der Erleichterung oder des Bedauerns begleitet.

Sprache kracht, schneidet, singt. Sei sie plump, präzise oder poetisch: Sie öffnet Räume für Phantasie, Klang und Gefühl. Mit ihrer Intervention rückt Penelope Wehrli nicht nur den Namen des Hauses, sondern vor allem die Lebendigkeit von Kultur und Sprache ins Bewusstsein.

 

Konzept/Realisierung: Penelope Wehrli
Kuratiert von: Veronika Witte
Lichtsteuerung: Joa Glasstetter

Mit freundlicher Unterstützung des Amtes für Weiterbildung und Kultur und DraußenStadt der Senatsverwaltung für Kultur und Europa.