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Raum : Selbst

11. 1. – 9. 2. 2008

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DON’T CRY. WORK.

29. 11. 2008 – 17. 1. 2009

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farb_laut

17. 10. – 15. 11. 2008

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Querköpfe

12. 9. – 11. 10. 2008

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Paredès

Isabelle Ferreira

1. 8. – 6. 9. 2008

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UrbaTOPIA

eDS (c)ollectif

1. 8. – 6. 9. 2008

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Another China

16. 5. – 20. 6. 2008

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Sag mir wer Du bist!

9. 4. – 3. 5. 2008

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ZOG

Subversive Praxis im öffentlichen Raum

Surrend

22. 2. – 28. 3. 2008

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Raum : Selbst

11. 1. – 9. 2. 2008

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Barbara Eitel

Daniela Ehemann

Ulrike Ludwig

Catrin Otto

Markus Weis

Norbert Wiesneth

Francis Zeischegg

Eröffnung:

11. 1. 2008

Dr. Friederike Hauffe

In der modernen, medial inszenierten Gesellschaft sind realer und fiktionaler Raum nicht mehr klar voneinander zu trennen. Das Verhältnis von Wirklichkeit und Imagination, von äußerem und innerem Erlebnishorizont wird zu einer zentralen Kategorie persönlicher Identität. Hier setzt die Ausstellung an. Sie reflektiert die Frage der jeweils individuellen Erfahrung am Beispiel des menschenleeren Raumes. Ohne Nutzer und Bestimmung erscheint er sinnentleert. Raum und Ich sind einander entfremdet. So gewinnt der Raum einerseits selbst spürbar Substanz und ist nicht bloßes Beiwerk. Andererseits ist der Betrachter aufgefordert, die Leerstelle zu füllen. In seiner Imagination überlagern sich Identität von Abwesendem und Betrachter, von dargestelltem Raum und sich entfaltender Vorstellung des Einzelnen. Der Titel „Raum : Selbst“ spielt darauf in doppeltem Sinne an.

Die Arbeiten der Künstlerinnen und Künstler loten das Thema in breitem medialen Spektrum aus. Gemeinsam ist ihnen jedoch die minimalistische Inszenierung, die oft nur andeutet, mit Ausschnitten arbeitet oder auf andere Weise abstrahiert. Diese Offenheit bindet den Betrachter unweigerlich mit seinen eigenen Vorstellungen in die Konstituierung der Räume ein und beteiligt ihn emotional.
Daniela Ehemann spürt der privaten Sphäre von Verschwundenen oder Personen mit Zwangsstörung nach. Sie reduziert vorgefundene Einrichtungen zu Konturzeichnungen, die sich mittels des Rundstahls von der Wand lösen und durch Spiegel oder Strahler im Raum vervielfäligen. Ulrike Ludwig zeigt unspektakuläre Zimmerecken in großformatigen Fotografien. Sie führen den Raum auf seine Grundkomponenten der Achsen und Flächen zurück und vermitteln durch den sanften Verlauf des natürlichen Lichts eine „Poesie“ des Marginalen. Markus Weis’ Bilder von aufgezogenen Vorhängen lösen nicht die Erwartung ein, daß sich der Raum dahinter öffnet. Die zugleich fotorealistische und abstrahierende Ausführung hält die Raumwiedergabe ungewohnt in der Schwebe. Francis Zeischegg thematisiert, wie allein die Art der Wahrnehmung Räume verändern kann. Ihre mobilen Überwachungskonstruktionen verdeutlichen, wie man sich die Kontrolle eines Ortes aneignet, ohne ihn sichtbar zu verändern. Gewöhnliche Gegenstände im Werk von Catrin Otto suggerieren Alltag. Die Fotoinstallationen der Künstlerin brechen jedoch die gewohnte Sichtweise auf. Schläuche und Kaffeehauben mutieren zu körperlichen Anspielungen, die multiplen Perspektiven schaffen Raum ohne sicheren Standpunkt, zu dem sich die Betrachtenden schwer ins Verhältnis setzen können. In seinen Fotografien mit nüchternen Schreibtischen vor wohnlich anmutender Tapete mit stilisierten Pflanzenmotiven komprimiert Norbert Wiesneth die Atmosphäre von bürgerlichem Bürokratismus und brutalem Kleingeist. Dies vermittelt sich, auch wenn man nicht weiß, daß die Aufnahmen im Zentralen Untersuchungsgefängnis der Stasi gemacht wurden. Die vertraut anmutenden Treppenhäuser von Barbara Eitel sind Transitorte. Ihre dynamische Tiefe entwickelt sich aus der Fläche und dem Ausschnitt heraus. Die Zeichnung greift in den Ausstellungsraum aus und öffnet Wände, Böden und Fenster. Der Blick folgt den konstruktiven Elementen der Stiegen und Geländer durch verschiedene Geschosse.

Kuratiert von Dr. Friederike Hauffe

Eröffnung: Freitag, 11.01., 20.00 Uhr
Begrüßung: Dr. Ralf F. Hartmann, Kunstverein Tiergarten
Es spricht: Dr. Friederike Hauffe, Kuratorin

Begleitende Veranstaltungen: